Originaltitel: Le Condottière
2013, Hanser, München, ISBN10: 3446243445
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Dieses Buch wurde rezensiert in der Ausgabe: Dokumente/Documents 4/2013
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Rezension / Compte rendu:
Die Phantome des Kunstfälschers
Gaspard Winckler ist ein zerknirschter Kunstfälscher, der nach zwölf Jahren permanenten Kopierens seine Rolle ablegen und sich selbst zum Künstler stilisieren will; dafür begeht er sogar einen Mord, für den er keinerlei Reue zeigt. Der Condottiere ist einer der ersten Romane Perecs (1936–1982), der seinerzeit, im Jahre 1960, zunächst von Gallimard abgelehnt worden war und erstmalig 2012 in Frankreich erscheinen konnte. Mit der, wie es an einer Stelle heißt, "Verschiebung der Zeichen" (und einem mitverhandelten "Nichts ist, wie es scheint") nimmt der kleine, aber durchaus komplexe Roman semiotische bzw. postmoderne Debatten vorweg. Perec war ein Spieler höherer Ordnung – hermeneutische Untiefen waren da durchaus im Sinne des Erfinders.
Thomas Laux



